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Bitte etwas mehr Erleben

2017-08-19T23:17:59+00:00 Von |Forschung, Schule|

Von Oktober 2014 bis zu den Sommerferien 2015 haben 10 Grundschulen in der Gemeinde Haarlemmermeer an dem Projekt und der Studie ‚Eine Grünwand in der Klasse‘ teilgenommen. Es wurden insgesamt 17 Grüne Wände aufgestellt. Bei vier davon hat Prof.Dr. Agnes van den Berg detailliert untersucht, wie sich das auf die Kinder auswirkte.

 

Die Wände wurden von den Lehrern selbst ausgewählt: nicht zu groß, nicht zu klein, bequem und einfach aufzustellen und verhältnismäßig leicht zu pflegen. Die Wände waren 1,25 Meter breit und 2 Meter hoch. An der Unterseite befand sich ein großer Behälter, der jedes Mal für etwa drei Wochen mit Wasser gefüllt werden konnte. Die Pflanzen selbst wurden aufgrund ihrer luftreinigenden Eigenschaften in einer großen Diversität an Verhältnissen ausgewählt.

Die Forschungsmethode

Agnes van den Berg hat ihre Studie in vier Klassen von zwei Schulen durchgeführt. Jedes Mal umfasste die Prüfung zwei gleichartige Klassen mit und ohne Pflanzen.

Im Rahmen der Studie wurden drei Zeitpunkte festgelegt, an denen die Schüler Fragebögen ausfüllen, eine Konzentrations- und eine Fähigkeitsprüfung machen mussten. Der erste Zeitpunkt war vor dem Aufstellen der Wand, der zweite Zeitpunkt zwei Monate und der dritte Zeitpunkt vier Monate nach dem Aufstellen der WandAm Ende des gesamten Zeitraums wurden alle Lehrer, die eine Grüne Wand in der Klasse hatten, zu ihren Erfahrungen, Lehrmomenten und Beobachtungen befragt.

Erleben ist der Schlüssel

Wenn man den Studienbericht liest, fällt eines sofort auf: Die Begeisterung der Schüler für die Wand. Dies ist aus dem Diagramm klar ersichtlich. Die erste Messung fand im Dezember statt, zwei Monate nach dem Aufstellen der Wand, da war man längst daran gewöhnt; die zweite Messung erfolgte im Februar, also vier Monate nachdem die Grüne Wand in der Klasse aufgestellt worden war.

Die beiden Schulen waren unterschiedlich und die Klassen untereinander ebenfalls, aber selbst wenn man diesbezüglich korrigiert, ist das Ergebnis immer noch ein dickes „Befriedigend“ für Pflanzen in der Klasse. Und das, obwohl 50 % der Kinder angab, dass die Klasse durch die begrünte Wand voller geworden war.

Keine besonderen Auswirkungen auf Konzentration und Fähigkeiten

Aus einer Studie von Fytagoras aus dem Jahr 2011 geht deutlich hervor, dass Kinder erheblich bessere Leistungen zeigen, wenn Pflanzen in der Klasse sind. Bei diesem Forschungsprojekt liegt die Konzentration in Klassen mit Pflanzen zwar etwas höher, die Auswirkung ist jedoch nicht erheblich. Der Grund kann sein, dass die Luftqualität in beiden Schulen bereits vor Beginn des Forschungsprojekts gut war, und dass Pflanzen in dieser Hinsicht keinen großen Unterschied machten.

Das gleiche gilt für die Auswirkungen auf die Gesundheit, zum Beispiel weniger Atemwegbeschwerden. Auch in dieser Hinsicht zeigt die Studie ziemlich geringe Auswirkungen und Unterschiede zwischen Klassen mit und Klassen ohne Pflanzen.

Die Reaktion der Lehrer ist ebenso aufschlussreich. Von den 17 teilnehmenden Schulen beteiligten sich 15 Lehrerteams an der Schlussumfrage. Auch von ihnen bekamen die begrünten Wände ein dickes „Befriedigend“.

Schlussfolgerungen und Empfehlungen

Wenn man die Augen halb zukneift, sieht man das Muster manchmal etwas deutlicher. Wenn wir das bei dieser Studie machen, kommen wir zu dem Schluss: Die hier aufgestellten Wände wurden nach Bequemlichkeit, Platzeinsparung und Wirksamkeit gewählt, aber angesichts der Ergebnisse ging es gar nicht darum. Pflanzen machen eine Klasse lebendiger, geselliger und Kinder möchten damit etwas machen und die Pflanzen nicht mehr missen. Das ist, was diese Studie überzeugend zeigt. Wenn Pflanzen in die Klasse gestellt werden, sollten sie auch durch Unterrichtsprogramme und Aufmerksamkeit für die Pflege zum Leben erweckt werden. Das ist nämlich genau, was Pflanzen bewirken: sie bringen Leben in die Klasse.

Diese Studie gehört zu dem Projekt Eine Grünwand in der Klasse, eine Initiative der Gemeinde Haarlemmermeer, von FloraHolland, Greenport Aalsmeer, Stadsregio Amsterdam und Into Green.

Begründung

Über den Autor:

I am chief editor and responsible for the concept of Into Green. My focus is on sustainability/cradle2cradle, new earnings models and air quality & plants.

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