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Ohne Pflanzen können wir nicht leben

2018-01-16T13:42:07+00:00 Von |Anwendung, Inspiration|

Der Mensch hat drei primäre Lebensbedürfnisse: saubere Luft, sauberes Wasser und gesunde Nahrung. Nummer eins und drei stehen in direkter Beziehung zu Pflanzen und Nummer zwei ist dabei ein maßgebliches Kettenglied. Denn Pflanzen erzeugen Sauerstoff, reinigen das Wasser und halten es fest und sind die Grundlage unserer gesamten Nahrungskette. Sie tun dies ständig und geräuschlos; deshalb sind wir oft geneigt zu vergessen, dass dieser ruhige Baum oder die kleine unscheinbare Zimmerpflanze eigentlich schwer für uns arbeitet. Der Mensch kann also ohne Pflanzen nicht leben!

Welche Abfallstoffe geben wir ab?

Mensch und Tier verwenden den in der Luft enthaltenen Sauerstoff (O2) für ihren Energiehaushalt und geben als Abfallstoff CO2 ab. Bei einer Pflanze ist das genau umgekehrt. Eine Pflanze verwendet CO2 als Energiequelle und gibt O2 als Abfallstoff ab. In einer Welt ohne Pflanzen könnten wir nicht atmen.

Aber vor allem der Mensch produziert noch weiteren Abfall. Das moderne Leben verursacht, dass auf vielerlei Weise erhebliche Mengen an chemischem Müll produziert werden. Man denke an Fabriken, Autos, Heizung; auch viele moderne Baustoffe und andere Materialien geben giftige Stoffe ab. Nur wenig bekannt ist, dass auch solche Stoffe durch die Pflanzen entsorgt werden , weil sie diese gut als Nahrung nutzen können!

 

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Wie funktioniert eine Pflanze eigentlich?

Pflanzen haben dazu über zwei ihrer Teile ‚Kontakt‘ mit ihrer Umwelt: die Blätter und die Wurzeln. Die Blätter haben Spaltöffnungen. Die Spaltöffnungen atmen CO2 ein und O2 aus und während dieses Prozesses wird sauberes Wasser in die Luft abgegeben und verdunstet.

Die Wurzeln nehmen Wasser aus der Umgebung auf. Sowohl in der von Pflanzen eingeatmeten Luft als im Wasser befinden sich Feinstaubverbindungen, die für andere Lebensarten ungesund sind. Die Wurzeln sind in der Lage, diese Verbindungen in harmlose Substanzen umzusetzen und liefern somit Nahrung für sich und anderes Bodenleben.

Das Klima

Das Klima verändert sich und der Hauptgrund dafür ist, dass durch unsere intensive Lebensweise immer mehr CO2 in die Atmosphäre gelangt. Dadurch wird es nicht nur wärmer, sondern die Pflanzen wachsen auch 25 % schneller als z.B. vor 100 Jahren. Pflanzen lieben ein wenig CO2 und eine der vielversprechendsten Lösungen zur Reduzierung der Zunahme von CO2 in der Atmosphäre ist deshalb, unsere Umgebung ernsthaft weitgehend zu begrünen: Städte, Wüsten, Häuser, Wände.

Die Reinigung der Luft ist zu wenig bekannt

Dass Pflanzen auch diesen Abfall, unsere Feinstaub-Schadstoffe, sehr effektiv verwerten und in unschädliche, nützliche Stoffe umsetzen, ist erst seit etwa 20 Jahren bekannt und in der breiteren Öffentlichkeit oft noch gar nicht. Andererseits wird immer mehr bekannt, wie schädlich Feinstaub im Grunde ist. Auch deshalb ist die Begrünung unseres Lebensraumes äußerst wichtig. Sowohl drinnen als draußen. Denn, was noch viel weniger Menschen wissen ist, dass  unser Raumklima in der Regel 5 bis 10 Mal mehr verschmutzt ist als die Außenluft. Auch hier können Pflanzen uns helfen.

Pflanzensorte Abbau von Feinstaub im Jahr Wirtschaftlicher Ertrag im Jahr
(Euro)
Baum in der Stadt (20-25 Jahre alt) 100 Gramm pro Baum 40,00 pro boom
Efeu (Hedera helix) 6  Gramm pro m2 2,40  pro m2
Moos 14  Gramm pro m2 5,60  pro m2
Sedumdach 0,15  Gramm pro m2 0,04  pro m2
Wilder Wein
(Partenocissus tricuspidata)
4  Gramm pro m2 1,60 pro m2

 

Verdienen Pflanzen mehr Respekt?

Pflanzen erfüllen ihre Aufgabe geräuschlos. Sie machen keinen Lärm, sie demonstrieren nicht und lassen sich von uns zu Stoffen, Brennstoff, Nahrung und Getränken verarbeiten. So sehen wir das zumindest. Es gibt weder eine Pflanzengewerkschaft noch eine Pflanzenpartei. Die Pflanze wird als Lebewesen kaum ernst genommen, außer wenn sie Probleme verursacht. Wir müssen uns noch besser bewusst werden, dass wir ohne Pflanzen auf der Erde kaum 10 Minuten überleben könnten.

Aber die Prozesse, die in den geräuschlosen, ruhigen Pflanzen vorgehen, sind äußerst komplex und intelligent. Insbesondere darüber, wie Wurzeln funktionieren und wie sie zum Beispiel diese Feinstaubverbindungen umsetzen und mit dem Bodenleben interagieren, ist noch vieles unbekannt. Auch entdecken wir immer mehr darüber, wie Pflanzen mit ihrer Umwelt kommunizieren und auch, wie wir mit ihnen kommunizieren könnten.Auch die Forschung, die das Thema von der Systemperspektive aus betrachtet, beginnt erst jetzt zu verstehen, wie wichtig Pflanzen für unser gesamtes Ökosystem und unsere Wasser- und Klimafragen sind. Je mehr wir darüber lernen, desto mehr werden wir uns unserer Abhängigkeit bewusst und desto mehr müssen wir feststellen, wie wenig wir eigentlich darüber wissen, in welcher Beziehung alles zueinander steht.  Aber vielleicht macht uns diese Erkenntnis ein bisschen weniger arrogant.

Betrachtung auf Systemebene

In diesem TedX Film erzählt der Wissenschaftler Greg Asner, wie er ein Flugzeug mit den allerbesten Messgeräten ausgerüstet hat und was er dadurch über natürliches Verhalten und Ökosysteme, insbesondere von Urwäldern, gelernt hat.

Greg Asner

Dokumentation (in englischer Sprache)

Über den Autor:

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