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Skandinavien hat (Innen-)Grün verstanden

2017-10-05T14:41:06+00:00 Von |Anwendung, Inspiration|

Von Donnerstagmittag, den 29. September, bis Samstag, den 1. Oktober 2016, fand die zweijährliche Exkursion des internationalen Branchenverbands der Raumbegrüner (EILO) statt. 47 Experten aus 11 europäischen Ländern trafen sich diesmal in Kopenhagen. Am Donnerstag führte man uns anhand einiger kurzer Präsentationen voller neuer – oftmals datenbezogener/technischer – Möglichkeiten die Zukunft vor und am Freitag besuchten wir an nur einem Tag die sechs fantastischsten Projekte in Malmö und Kopenhagen. An beiden Tagen zeigte man uns, was alles möglich ist, wenn man Grün wirklich versteht.

Auch Grün wird immer technischer 

Der Informatiker Martin Dal von Spiio machte den Anfang und erzählte, wie er als fauler Informatikstudent ein Messgerät entwickelt hat, das piepte, sobald seine Pflanzen zu verdursten drohten, und wie dies zur Gründung von Spiio geführt hat. Das Unternehmen stellt Messsonden her, die Raumbegrüner gemeinsam mit ihren Kunden ganz nach eigenen Vorstellungen gestalten können. Er zeigte, dass ein mit Messgeräten ausgestattetes Begrünungsprojekt nicht nur unangenehme Überraschungen vorbeugt, sondern auch neue Daten liefert. Stockt die Wasserversorgung? Gedeiht ein Pflanzenbereich weniger gut? Gibt es zu wenig Licht? Raumbegrüner können alle Warnhinweise selbst gestalten und das Produkt als Service erstehen oder kaufen.

Der Umwelttechniker Niko Järvinen erläuterte, dass sein Unternehmen Naturventionmit Naava keine Pflanzenwand, sondern ein ‚biologisches Luftreinigungsgerät’ entwickelt hat. Mit diesem sogenannten Gerät garantiert das Unternehmen 100% saubere Luft. Natürlich handelt es sich hier immer noch um eine grüne Pflanzenwand, die allerdings aufgrund des Aufbaus und der Zusammenstellung von ganz besonderer Art ist. Niko zufolge erledigen vor allem die Wurzeln oder genauer gesagt die Mikroben an den Wurzeln die Arbeit. Indem auf innovative Weise Luft entlang der Wurzeln geführt wird, erhält man Wände die 100-mal mehr Luft reinigen als herkömmliche grüne Wände. Die ersten Versionen dieser Wand sind im Hinblick auf die Bepflanzung noch etwas langweilig und bezüglich der Gestaltung weniger flexibel, doch die neuesten Versionen bieten einem auch in kreativer Hinsicht viele Möglichkeiten.

Pecha-Kucha-Vorträge von Lieferanten 

Pecha Kucha ist eine Vortragstechnik, in der 20 Bilder jeweils 20 Sekunden eingeblendet werden, und somit hat der Vortrag eine Gesamtlänge von 6,4 Minuten. Am Ende des Donnerstagnachmittags hielten drei Lieferanten von Grün jeweils einen Pecha-Kucha-Vortrag über die neuesten Entwicklungen in ihren Unternehmen.

Shari Oostrom zeigte, wie Mobilane für den Sektor der grünen Wände immer einfacher installierbare Produkte entwickelt.

 

Sadig Alekperov von Green Mood führte vor, wie groß die Möglichkeiten mit konserviertem Grün (Moos) sind.

 Und zum Schluss erläuterte Karsten Haak vom Giganten für Pflanzengefäße Lechuza die neuesten Trends bei den Gefäßen.

 

Die grünen Innenstraßen von DONG Energy

Ulrich Grönning von Natural Greenwalls zeigte der Gruppe beim ersten Zwischenstopp des Tages das Gebäude des Energiekonzerns DONG Energy. Dieses Gebäude besteht aus zwei Teilen, in deren Mitte sich einige Atrium-Straßen mit Bäumen und Sitzmöglichkeiten befinden. Im Winter werden alle Bäume angestrahlt und im Frühling und Sommer fühlen sich die Dänen hier wie im Freien. Der Atrium-Bereich dient nicht nur als Augenweide, sondern ist auch ein wesentlicher Bestandteil für die Luftreinigung des Gebäudekomplexes.

 

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Grün im Herzen zweier ganz unterschiedlicher Einkaufszentren 

Hans Anderson von Green Fortune zeigte uns in Malmö auf der anderen Seite der Öresund-Brücke zwei Einkaufszentren der Zukunft. Das erste war die Emporia Shopping Mall, ein großes, ultramodernes Shoppingcenter, das in Kombination mit der Brücke entworfen wurde. Hier spielen die äußerst fotogenen sogenannten Plantwires von Green Fortune die Hauptrolle, aber auch der Pflanzenkubus wurde von allen Teilnehmern intensivst abgelichtet.

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Caroli ist ein Einkaufszentrum der ganz anderen Art. Es befindet sich im Zentrum Malmös und atmet Geschichte. Auch die gigantische grüne Wand, die Green Fortune hier im Herzen des Einkaufszentrums errichtet hat, versprüht eine entsprechende Finesse. Einerseits hatten wir dort das Gefühl im Freien zu sein, andererseits wirkte alles wie in einem sehr elegant eingerichteten Saal, obwohl wir im Grunde gleich neben dem Supermarkteingang standen.

 

Das pflegeleichte Wandsystem von Natural Greenwalls

BWir trafen Ulrich Grönning wieder, diesmal bei seinem Kunden KLP Eiendomen, wo wir ein vollständig nachhaltiges und biologisches Mittagessen erhielten und er uns seine sogenannte natural Greenwall zeigen konnte. Auf den Fotos ist zu sehen, dass er gerade einen Teilabschnitt mit neuen Spathiphyllum-Pflanzen versehen hat. Die Pflanzen können pro Kasten ausgewechselt werden.

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Das enorm grüne Bella Sky Hotel

Das Unternehmen Deichmann war für das Bella Sky Hotel verantwortlich. Grün ist hier auf beeindruckende Art überall zugegen und zwar in Form von gigantischen (250 m2) kreativ begrünten Wänden und einem Baum, der locker über 20 Meter hoch ist. Der Manager des Hotels meinte, die Kunden würden ausnahmslos positiv auf die grünen Wände reagieren und oftmals gleich neben diesen Wänden Platz nehmen, zudem erzähle das Grün die Geschichte der Nachhaltigkeit ganz ohne Worte.

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Der Wald der Copenhagen Towers

Oxygreen war für die Begrünung des Foyers des Hotels Crowne Plaza, die buchstäblich wie ein Wald wirkt, verantwortlich. Der Hotelmanager verriet uns, dieser Wald habe zwar tatsächlich so einiges gekostet, hätte dem Hotel aber in jeder Hinsicht eine ganze Menge gebracht. Sie bräuchten keinem mehr zu erklären, dass ihnen Nachhaltigkeit wichtig sei. Was aber vor allem ins Auge fiel, war, dass der Erlebniswert des Innenwalds für Gruppen und Konferenzen ein Grund war, sich für dieses Hotel zu entscheiden. Und damit bringt der Manager zum Ausdruck, was wir bei allen Projekten auch gespürt haben: In Skandinavien versteht man, wie sehr Grün zum kommerziellen Erfolg beisteuern kann, und große Hotels und Einkaufzentren sind ganz darauf erpicht, andere in puncto Grünerlebnis zu übertrumpfen.

Crowne hotel Copenhagen Towers by Oxygreen

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Über den Autor:

I am chief editor and responsible for the concept of Into Green. My focus is on sustainability/cradle2cradle, new earnings models and air quality & plants.

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