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VOC-Gase mit Pflanzen anpacken

2017-10-04T10:50:08+00:00 Von |Forschung, Anwendung|

Immer mehr Menschen sind der Überzeugung, dass Grün zu einem gesunden Raumklima beitragen kann. Nicht nur Fachkräfte der grünen Branche, sondern auch Experten, die am Entwurf und Bau von Gebäuden beteiligt sind wie Architekt Marius Ballieux. Dieser entwickelte den Green Air Cleaner©, eine Pflanzenwand, die in Gebäuden flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) aktiv zu Leibe rückt.

 

Ballieux will Umgebungen schaffen, in denen Menschen gern sind. Angenehme Lebensumgebungen mit einem gesunden Raumklima. Eigens dafür hat er ein Unternehmen namens IB kwadraat gegründet und ein luftreinigendes Belüftungssystem mit einer Pflanzenwand entwickelt. Unterschiedliche Parteien, unter anderem Van der Tol Hoveniers, Nieuwkoop de Kwakel, FloraHolland, Waterdrinker, Stichting Innovatie Glastuinbouw, PRIVA, Branchenverband VHG und Into Green, haben an diesem System mitgewirkt. Die ersten Testergebnisse mit einem Prototyp liegen seit kurzem vor und sie sind ermutigend.

Schädliche VOC-Dämpfe

Wie sehr sich Architekten, Bauunternehmer und Installateure auch bemühen, Tatsache ist, dass in vielen Gebäuden das Raumklima nicht gesund ist. Oft ist es zu warm oder zu kalt, die Luft ist verschmutzt und abgestanden oder es zieht zu sehr. Büroangestellte können daher unterschiedliche Beschwerden entwickeln. Von Übelkeit und Kopfschmerzen bis hin zu Herzrasen oder gar bleibenden gesundheitlichen Schäden. Ein wichtiger Verursacher dieser Beschwerden sind die sogenannten flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Diese Verbindungen befinden sich in Baumaterialien, Bodenbelägen, Klebstoffen, Anstrichmitteln, Tinte und allerlei Reinigungsmitteln. Ob nun auf der Arbeit oder in der Freizeit, fast alle sind wir hierzulande schädlichen VOC-Dämpfen ausgesetzt.

Absorptionsvermögen Pflanzen

Der Einsatz von Pflanzen zur Verbesserung der Luftqualität in Gebäuden ist nicht neu. Tatsache ist, dass Pflanzen Schadstoffe sehr effektiv aus der Luft absorbieren und die Luftfeuchtigkeit verbessern. Die Frage ist nur, wie Pflanzen zu einem wesentlichen Bestandteil eines Klimasystems werden können. Wie viele Pflanzen braucht man beispielsweise dafür? Und welche Arten? Unter welchen Bedingungen sind sie am effektivsten? Die Erkenntnisse von Ballieux und seinen Partnern geben darüber Aufschluss.

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Der Testaufbau

Der Prototyp des Green Air Cleaner© besteht aus einer Pflanzenwand mit insgesamt 144 Pflanzen, unter anderem Spatiphyllum (15 Stück), Scinapsus aureus (36 Stück), Aglaomorpha coronans (20 Stück) und Aglaonema Christina (24 Stück). Die Pflanzenzusammenstellung ist darauf ausgerichtet, eine möglichst breite Skala an VOC-Gasen zu absorbieren. Ausgangspunkt hierfür waren frühere Testergebnisse mit einzelnen Pflanzenarten. Die Pflanzen stehen in einem Behälter mit einer Pumpe und erhalten einmal wöchentlich 15 Minuten lang Wasser. Der Testaufbau befand sich in einem geschlossenen Raum, um Temperatur, Licht, Luftfeuchtigkeit und Belüftung kontrollieren und regeln zu können.

Ergebnisse

Nach einer Nullmessung wurde zunächst ein aus Alkanen und zyklischen Kohlenwasserstoffen bestehendes VOC-Gas in den Testraum eingeführt. Nach 9,5 Stunden war von der eingeführten Menge von 60ppm nur noch die Hälfte übrig. Nach 28 Stunden war der Normwert von 15ppm erreicht. In einem zweiten Test wurde ein aus Methan und Ureum bestehendes VOC-Gas eingeführt, das bereits nach 3 Stunden um die Hälfte reduziert war. Nach 13,5 Stunden war der Normwert von 15ppm erreicht. Die verwendeten Gase gehören zu den am häufigsten vorkommenden VOC-Gasen. Während des Tests wurde mithilfe eines Ventilators eine interne Luftzirkulation erzeugt.

Aus den Tests geht hervor, dass die angewendete Pflanzenwand imstande ist, die Luftqualität erheblich zu verbessern, sicher angesichts der Schwere der Schadstoffgase. Ballieux hält die erzielten Ergebnisse für äußerst positiv: „Vor allem, wenn man sich die Schwere und Toxizität der von uns verwendeten Gase vor Augen führt. Solche Konzentrationen kommen in der Praxis nur in besonderen Fällen vor. Die Konzentration und Zusammensetzung des VOC-Gases ist je nach den im Raum anwesenden Materialien jeweils unterschiedlich.“

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Testen in der Praxis

Die Frage ist jetzt natürlich, welche Leistung die Wand in der Praxis erbringt. Wo liegt beispielsweise die Kapazität in einem größeren Raum wie einem Klassenzimmer? Die Forscher empfehlen daher, den Prototyp in möglichst unterschiedlichen Praxissituationen zu testen. „Pflanzen sind keine Maschinen mit einer eindeutigen, gleichbleibenden Funktionsweise“, so Ballieux. „Es sind lebende Organismen. Die Funktionsweise ist sehr von den Innenraumbedingungen abhängig, die je nach Lage sehr unterschiedlich sein können. Letztendlich sind die Erfahrungen in der Praxis ausschlaggebend.“ Wie diese Erfahrungen sein werden, wird sich in Kürze zeigen. Der erste Test läuft nämlich seit August bei B.Amsterdam, Europas größtem (18.000 m2) Ökosystem für Start-ups mit Büros, Arbeitsstätten, Veranstaltungsräumen, einem Restaurant, einem Fitnessclub, einer Dachterrasse und so weiter. „Die Pflanzenwände sind hier Bestandteil einer umfangreicheren Studie, in der nachgegangen wird, was man tun kann, um das Erlebnis im Gebäude zu optimieren und krankheitsbedingte Ausfälle zu reduzieren“, so Ballieux. Die entsprechenden Ergebnisse werden in einigen Monaten bekannt gegeben.

Über den Autor:

Ik ben sinds 1994 zelfstandig tekstschrijver. Ik schrijf over groen, het groenvak, over afval scheiden en waterzuivering, maar ook over ICT-oplossingen en onderwijs. Voor professional en consument. Complexe materie vertalen naar toegankelijke, begrijpelijke taal, dat doe ik het liefst.

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