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Luftqualität in Klassenzimmern durch Pflanzen drastisch verbessert

2017-08-11T15:36:49+00:00 Von |Forschung, Schule|

Die Luftqualität in niederländischen Klassenzimmern ist sehr schlecht, und das hat großen Einfluss auf die Lernleistung, die Konzentration, das Wohlbefinden und das Verhalten. Inzwischen liegen viele Forschungen vor, die eindeutig belegen, wie schlecht die Luftqualität ist und wie wichtig es ist, diese zu verbessern. Die gute Nachricht ist, dass es auch Untersuchungen gibt, die zeigen, wie viel Verbesserung durch Pflanzen im Klassenzimmer erzielt werden kann.

Frische Luft? Fenster öffnen!

Dass die Luftqualität in einem kleinen Raum mit 30 Schülern unter Druck steht, ist logisch. Die Luft wird nicht schnell genug erneuert, dadurch erhöht sich der CO2-Gehalt und verringert sich die Luftfeuchtigkeit und es bilden sich schnell alle möglichen Schadstoffe. Die schlechte Luft macht die Schüler dösig, was natürlich ihre Lernleistungen beeinträchtigt und obendrein ihrer Gesundheit schadet. Die einfachste Maßnahme zur Bekämpfung schlechter Luft ist, ein Fenster zu öffnen. Aber das ist wegen Lärm oder Kälte nicht immer möglich.

Wie groß ist das Problem?

Untersuchungen von Gezonde Scholen belegen, dass die Situation in allen Beneluxländern katastrophal ist, und dass die Luftqualität in Klassenräumen viele Male schlechter ist als z. B. in Büros oder sogar Gefängnissen.

Auch die Regierung ist sich dieses Problems immer mehr bewusst. Bei Gezonde School können Schulen auf vielerlei Art und Weise daran arbeiten, ihre Schule gesünder zu machen. Schulen können sich hier auch für das Prädikat ‚gesunde Schule‘ qualifizieren. Darüber hinaus können Schulen hier (begrenzte) finanzielle Unterstützung beantragen (staatlich oder über lokale und regionale Instanzen).Der Minister für Bildung kündigte im Juni 2013 an , dass alle Grundschulen kostenlos ein CO2-Messgerät erhalten können, und dass das Vorhandensein eines solchen Geräts in den Baubeschluss für neue Schulen aufgenommen wird.

Aber durch das Messen des CO2-Gehalts wird das Problem noch nicht gelöst. Was können Schulen, die oft nur einen begrenzten Etat haben, tun? Mit Pflanzen lässt sich sehr viel erreichen.

Sind Pflanzen in der Klasse eine Lösung?

2011 haben Fytagoras und TNO eine interessante Studie der Möglichkeiten zur Verbesserung der Luftqualität in Klassenräumen durch Pflanzen durchgeführt. Das wäre – insbesondere in bestehenden Schulgebäuden, eine verhältnismäßig kostengünstige und praktikable Lösung. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Problem schlechter Luft nicht nur durch einen zu hohen Gehalt an CO2, sondern auch durch viele andere Feinstaubverbindungen verursacht wird. Zum Beispiel Formaldehyd oder Benzol. Ein angenehmer Nebeneffekt von Pflanzen ist, dass sie auch Lärm schlucken und schnell mit der berüchtigten Turnhallen-Luft abrechnen, die in der Klasse hängenbleiben kann.

In 12 Klassen in vier Schulen wurden drei verschiedene Situationen untersucht:

  1. Klassen ohne Pflanzen
  2. Klassen mit Pflanzen, jedoch mit ziemlich wenig Licht.
  3. Und Klassen mit Pflanzen und ausreichend Licht.

Vor, während und nach der Untersuchung wurden den Kindern Fragebögen vorgelegt, in denen sie zu ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden befragt wurden. Auch wurde Kindern aus allen Gruppen jeweils eine Reihe von Leistungstests vorgelegt. Sie mussten zum Beispiel eine Geheimschrift dekodieren. Und natürlich wurde die Luftqualität vor und während des Testzeitraums ständig gemessen.

Die Untersuchung ergab, dass die Klassen der dritten Gruppe mit Pflanzen und viel Licht, sehr gut abschnitten. Dies waren die Ergebnisse:

  • 10-20 % CO2-Reduzierung
  • Abbau von Schadstoffen und “Gerüchen“ innerhalb von 45 Minuten bis zur 0-Schwelle durch die luftreinigende Wirkung der Pflanzen.
  • 7 % weniger gesundheitliche Beschwerden im Vergleich zur Beginn- oder Nullmessung.
  • Bessere Ergebnisse bei der Lernleistung
    • Mehr als 20 % bessere Ergebnisse bei Aufgaben und Prüfungen (beim der Geheimschrift-Prüfung sogar 35 %)
    • Mehr Kreativität beim Lösen von Problemen

Dieses Diagramm zeigt den Verlauf des Abbaus von Formaldehyd in einem Klassenraum ohne Pflanzen (blaue Linie), in Klassen mit viel Licht und Pflanzen (rosa / magentafarbene Linie) und in Klassen mit Pflanzen mit wenig Licht (blaue und lilafarbene Linien).Pflanzen können also auch in dunklen Klassen erheblich zum der Abbau dieses Stoffes beitragen.

Auch bei der zweiten Gruppe gab es interessante Ergebnisse. Bei nicht ausreichendem Licht wird immer noch viel CO2 abgebaut, und auch die Leistungen schnitten besser ab als in der Klasse ohne Pflanzen (durchschnittlich 10 %), aber der Abbau aller anderen Schadstoffe verlief hier langsamer. Licht ist somit ein wichtiger Erfolgsfaktor. Aber im Vergleich zu den Klassen ohne Pflanzen schnitten die Kinder in den dunklen Klassen immer noch bedeutend besser ab.

Auch die Gesundheitsmessung zeigt, dass die Klassen mit Pflanzen und genügend Licht am besten abschnitten. Siehe die nachstehende Tabelle.

Die Befunde sind ermutigend.. und was jetzt?

Vor allem in Klassenräumen mit ausreichend Sonnenlicht können Pflanzen ohne viel zusätzliche Kosten einfach und schnell ihrer Aufgabe gerecht werden. Aber auch in Klassenräumen, wo wenig natürliches Licht ist, können Pflanzen aufgestellt werden. Um in dunklen Klassen die gleichen Ergebnisse zu erzielen, können zum Beispiel Tageslichtlampen angebracht und kann feinstaubbindender Fußbodenbelag verlegt werden. Damit gehen natürlich Kosten einher; es handelt sich jedoch oft um eine einmalige Investition und nicht um jährlich zurückkehrende Kosten. Die Regierung empfiehlt Schulen, in jedem Fall ein CO2-Messgerät in der Klasse anzubringen. Dadurch wird der Schweregrad des Problems von selbst sichtbar. Und in allen Situationen gilt, dass sogar wenige Pflanzen in der Fensterbank schon viel Gutes tun.

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